Schülerinnen und Schüler des Husumer Fachgymnasiums besuchten das Nordfriisk Instituut
Plattdeutsch-AG braucht Referatsthemen
BREDSTEDT (NfI). Der tief greifende wirtschaftliche und gesellschaftliche Strukturwandel seit dem Zweiten Weltkrieg, plattdeutsche Redewendungen und ihre Bedeutung, die Reichstagswahlen von 1932 in Nordfriesland, mit solchen Themen möchten sich die 24 Schülerinnen und Schüler der von Oberstudienrat Hans-Johann Thams geleiteten Plattdeutsch-AG des Fachgymnasiums Husum auseinandersetzen. Um Möglichkeiten zu prüfen, dabei Unterstützung zu erfahren, besuchte die Gruppe das Bredstedter Nordfriisk Instituut.
Beeindruckt zeigten sich die jungen Leute von der rund 20 000 Bände und eine vielgestaltige Dokumentation umfassenden Spezialbibliothek, die eine Fülle an Material zu vielen nordfriesischen Fragestellungen enthält. Interessenten und entsprechende Unterlagen fanden sich zum Beispiel für Themen wie Rungholt, den Roten Haubarg, die Landschaft Stapelholm, die Theatergruppe „De junge Lüüd ut Löwenstedt“ und den Bildhauer Adolf Brütt.
Wie man etwa die Geschichte des eigenen Dorfes erzählt, wie man berühmten Leuten aus der engeren Heimat auf die Spur kommt oder wie man beispielsweise herausfindet, was der Name der Heimatgemeinde bedeutet, das erläuterte Institutsmitarbeiter Fiete Pingel. Es ist wichtig, ein Empfinden dafür zu entwickeln, wie sehr sich Leben und Wirtschaften früherer Generationen von den heutigen – von vielen ohne Nachdenken für selbstverständlich genommenen – Verhältnissen unterschieden, darüber herrschte Einigkeit.
Seit 1993 wird die Plattdeutsch-AG am Husumer Fachgymnasium angeboten. Die darin erbrachte Leistung zählt für die Abiturnote. Ein wichtiges Unterrichtsziel sind Referate über Themen der Region auf Plattdeutsch. Das Nordfriisk Instituut ist für Hilfe bei dieser Arbeit, so die Bilanz von Lehrer Thams, „eine ideale Anlaufstelle“. „Ik harr dor all veel fröher op kamen schult!“
Bildtext: Vorbereitungen im Nordfriisk Instituut in Bredstedt für plattdeutsche Referate; von links Christina Thoms, Institutslektor Fiete Pingel, Sina Paulsen und Christoph Meister.
(Foto: Harry Kunz)