Bredstedt - Ingo Insterburg, der in den 70´er Jahren riesige Erfolge mit Insterburg & Co (Karl Dall, Jürgen Barz und Peter Ehlebracht) feierte, präsentierte am vergangenen Samstag eine grandiose Unterhaltungsshow auf höchstem Niveau und bot dem begeisterten Publikum des Alten Heizwerks in Bredstedt einen fast zweistündigen Angriff auf das Zwerchfell mit außergewöhnlichen, musikalischen Höhepunkten.
Insterburg ist und bleibt eben ein Entertainer der ganz alten Schule, der keinen Wert darauf legt, schneller, weiter und härter über die Bühne zu fegen. Er ist eine echte Institution in der Unterhaltungsbranche. Einer der ganz großen Künstler unseres Landes.
Und er zeigt dabei eine unglaubliche und hoch professionelle Musikalität, mit der er immer wieder verblüfft und begeistert. So spielt er gleichzeitig mit Händen, Füßen und mit einem zwischen Stuhl und Gesäß eingeklemmten Bogen einen flotten Wienerwalzer auf Geige, Gitarre und Schlagzeug, greift sich zwischendurch schnell die Trompete – nein, doch lieber die Tuba und beendet das Ganze, begleitet von tosenden Rasseln, Trillerpfeifen und Kuhglocken, mit einem röhrendem Solo auf der zwei Meter langen Bambusklarinette.
Oder war es so ähnlich? Das Publikum jedenfalls kam aus dem Staunen nicht mehr heraus, und so mancher Gast verdrückte mit lautem, herzhaftem Gelächter die eine oder andere dicke Freudenträne. Abgerundet wurde dieser unvergleichliche Abend mit pädagogisch wertvollen und vor allen Dingen herb-lyrischen Gedichten und Kurzgeschichten, die er aus seinem Buch „Die ersten 23456 Tage meines Lebens“ vortrug, und die sich vorwiegend mit den schädlichen Folgen des Rauchens befassten: „Es war einmal ein Raucher, der hatte einen Bechsteinflügel und einen Lungenflügel. Beide waren schwarz. Eines Tages klimperte er auf dem Bechsteinflügel und pfiff auf seinem Lungenflügel. Da schickte ihn sein Arzt zur Kur.
Er hastete, nein – er hustete zum Bahnhof, aber der letzte Lungenzug war bereits abgefahren. Tabakpflanzen zierten sein Grab. Ihm zum Gedenken rauchten im Winter alle Schornsteine der Stadt“. Genau für diese Verrücktheiten lieben ihn seine Fans, die noch viel länger hätten zuhören können, sich aber dann doch mit lang anhaltendem Applaus von diesem einzigartigen Künstler verabschiedeten. Bis zum nächsten Mal, Ingo !
7.3.2009
von Torben Petersen